Schwimmen, Radfahren, Laufen – so kennt man den Triathlon. Beim Ironman 70.3 Luxemburg am vergangenen Wochenende sah das Programm allerdings etwas anders aus: Aufgrund einer hohen Blaualgenbelastung wurde das Schwimmen kurzfristig abgesagt. Statt des Sprungs ins Wasser hieß es für die Athletinnen und Athleten lediglich: vom vorgesehenen Schwimmausstieg zur Wechselzone laufen, aufs Rad steigen und das Rennen dort beginnen.

Über die ungewohnte Rennkonstellation waren zumindest zwei unserer Starter durchaus erleichtert. Dafür wartete anschließend eine andere Herausforderung: Bei Temperaturen von deutlich über 30 Grad wurden die 90 Kilometer auf dem Rad und der abschließende Halbmarathon zu einer echten Hitzeschlacht.

Für die LTF gingen Michèle, Atreju, Fabian Schug, Rainer, Thomas und Christian an den Start. Während Michèle, Atreju und Fabian ihr Debüt über die Ironman-70.3-Distanz feierten, konnten Rainer, Thomas und Christian bereits auf reichlich Erfahrung zurückgreifen.

Trotz der anspruchsvollen Bedingungen erreichten alle sechs das Ziel. Schnellster LTFler war Christian in einer starken Zeit von 4:33:00 Stunden, dicht gefolgt von Thomas in 4:39:25 Stunden. Fabian absolvierte seine erste Mitteldistanz in 5:13:40 Stunden und komplettierte damit das vereinsinterne Podium – trotz eines Plattens bei Kilometer 67, der ihn Zeit kostete und aus dem Rhythmus brachte. Michèle erreichte bei ihrem Debüt nach 5:15:09 Stunden das Ziel, nur knapp vor Rainer, der nach 5:15:29 Stunden die Ziellinie überquerte. Rainer musste auf den letzten Kilometern des Halbmarathons der Hitze Tribut zollen, kämpfte sich aber bis ins Ziel.

Auch für unsere Debütanten war das Rennen ein unvergessliches Erlebnis. Michèle fasste ihren Tag treffend zusammen:

„Hm, heiß. 😅 Enttäuschung, weil das Schwimmen ins Wasser gefallen ist. Qualvoll auf den letzten Kilometern, aber trotzdem glücklich und zum Glück ohne Kreislaufprobleme im Ziel angekommen. 😉“

Auch Fabian zog ein positives Fazit seiner Premiere:

„An sich bin ich sehr zufrieden für den ersten 70.3 – leider ohne Schwimmen. Ich hatte bei Kilometer 67 leider einen Platten, der mich Zeit gekostet und aus dem Rhythmus gebracht hat. Aber ansonsten war ich sehr zufrieden und es hat Lust auf mehr gemacht. 😁“

Diese Worte beschreiben wohl den gesamten Wettkampf am besten: extreme Bedingungen, viel Kampfgeist und am Ende die Freude, die Ziellinie erreicht zu haben.

Atreju hat seine Premiere über die Mitteldistanz in einem ausführlichen persönlichen Rennbericht festgehalten, der nun folgt:

Die erste Überraschung gab es schon vor dem Startschuss: Schwimmausfall wegen Blaualgen! Was für den einen oder anderen Triathleten eine Enttäuschung war, hat mir – ehrlich gesagt – ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Weniger nass, direkt aufs Rad? Nehm ich!

Der Start auf dem Rad lief absolut nach Plan. Die ersten Kilometer fühlten sich super an und der erste Berg war einfach nur schön zu fahren. Doch das Blatt wendete sich: Je mehr Höhenmeter sich auf dem Tacho sammelten und je höher die Sonne stieg, desto härter wurde es. Die Hitze drückte gnadenlos. Am Ende war ich einfach nur froh, das Rad endlich abstellen zu dürfen. Ein einziger Berg mehr wäre definitiv nicht mehr drin gewesen – die Beine waren komplett bedient.

Der Wechsel klappte gut und ich bin verdammt gut ins Laufen gekommen. Vielleicht etwas zu gut. Ich ging das Tempo schlichtweg zu schnell an und bekam dafür schon bei Kilometer 4 die Quittung: beginnende Krämpfe. Ab da hieß es beißen.

Zwei dicke mentale Tiefs wollten mich unterwegs ausbremsen, aber aufgeben war keine Option. Dass ich diese Phasen so gut überwinden konnte, lag an drei Dingen: der tollen Atmosphäre an der Strecke und meinem persönlichen Support-Trupp! Ein riesiges Danke an meine Freundin und meine Familie – euch an der Strecke zu sehen, hat mir jedes Mal wieder Leben eingehaucht. Außerdem den entgegenkommenden Coach Lamberti zu sehen, der genauso am Leiden war (kurzer Einschub vom Coach: Ich habe nie gelitten!) 😉

Auf den letzten zwei Kilometern habe ich dann noch einmal alle verbliebenen Körner zusammengenommen und das Tempo angezogen. Als es endlich über den roten Teppich ging, gab es nur noch Erleichterung und Freude. Unter diesen extremen Hitzebedingungen so durchgezogen zu haben – ich bin absolut zufrieden mit meiner Leistung.

Jetzt wird erst mal regeneriert. Ein Wiedersehen – dann hoffentlich mit Badeeinheit in der Mosel – wird es aber definitiv geben.