Rückblick IM 5i50 Kraichgau:

Im November 2025 hab ich beschlossen wieder mit Triathlon anzufangen, nach meiner langwierigen Schulterverletzung, und buchte direkt den 70.3 in Luxemburg, man muss ja Ziele haben. Um allerdings nicht kalt mit der Mitteldistanz zu starten, habe ich dann im März noch schnell einen Startplatz beim 5i50 im Kraichgau gebucht. Mein Gedanke war „Wer 1,5 km schwimmen kann, kann auch 1,9 km schwimmen“, denn mit Radfahren und Laufen hatte ich nie wirklich Probleme und was Schwimmtraining angegangen ist, hatte ich ja gute Tipps von Thomas (Detzen), genau wie hinsichtlich der Renn- und Verpfelgungstaktik. Also ab nach Ubstadt-Weiher…

Am Renntag dann erst mal überwältigt von der Masse und der Atmosphäre, insbesondere da früher eher kleine lokale Events aufgesucht wurden. Danach Business as usual, Registry, Bike-Check-in, Wechselzone fertig machen und Start um 13:00 Uhr. Einschwimmen fühlte sich richtig gut an und ich mich somit bereit. Aber leider machte ein Unwetter dem einen Strich durch die Rechnung… Bis zum Start sollte es 14:20 Uhr werden, ich hatte inzwischen Hunger, war leicht demotiviert durch das viele Rumsitzen im Pavillon während Starkregen, etc. Startprozedere hieß zwar offiziell danach Rolling-Start, kam aber durch die Abfolge eher einem Massenstart nach und so gabs direkt einen Tritt ins Gesicht. Zum Regulieren von Hf ging es also direkt mit Brustschwimmen weiter. Kaum reguliert gab es Tritt Nummer zwei in die Seite und ich wusste, dass Schwimmen jetzt zum mentalen Kampf wird, aber ich habe durchgezogen und bin die letzten hunderte Meter auch wieder gekrault. Schwimmzeit mit 36:41 min auf 1.500 m ausbaufähig, aber für die Umstände noch ok. Danach ging es aufs Rad und ich konnte Boden gut machen. Durch die Leidensfähigkeit am Berg und gute Abfahrten konnte ich die Strecke in exakt 1:14 Stunden beenden. Durch da Unwetter und die aufkommende Sonne wurde es vom Wetter beim Lauf sehr undankbar, aber da mir das Laufen liegt, konnte ich die 10 km über die wellige Strecke in 46:26 min absolvieren und auf der Anzeige erschien eine 2:46:10 Stunden als Zielzeit. Das bedeutete Platz 15 von 54 in der AK. Ich war müde, im Großen und Ganzen zufrieden und habe es echt genossen. Ich fühlte mich bereit für Luxemburg in 6 Wochen.

 

Rückblick 70.3 Remich:

Da Luxemburg ums Eck war, konnte ich die Radstrecke im Vorfeld öfter abspulen. Zwar verhinderten Baustellen die komplette Strecke abzufahren, aber immerhin kannte ich die Tücken der Strecke und sämtliche Aufstiege und Abfahrten. Ein weiterer Vorteil war, dass ich mir freitags schon eine niedrige Startnummer sichern konnte und somit das Rad nur kurze Strecken über den Acker der Wechselzone schieben musste. Samstags ging es dann zum Bike Check-In. Die Mosel unter der Brücke zwischen Nennig und Remich sah schon nicht so gut aus, aber beim Briefing wurde noch nur auf das Neo-Verbot eingegangen. Die Sicherheit für den Kopf war dann zwar kurzzeitig weg, aber trainiert wurde im Freiwasser ja auch mit Einteiler und selbst das war gut machbar, zwar mit Einbußen was das Tempo angeht, aber ok.

Sonntag zum Rennen hieß es dann um 5:00 Uhr Abfahrt, da die Wechselzone um 6:15 Uhr öffnete. Hier wurde dann alles schon vorbereitet hinsichtlich Wechsel vom Schwimmen zum Rad, etc. Beim Verlassen hieß es dann über die Lautsprecher „Swim start is cancelled“. Die Behörden gaben aufgrund von Blaualgen in der Mosel kein grünes Licht. Irgendwie soll es bei mir mit einem vernünftigen Schwimmstart bei IM-Events wohl nichts werden, andererseits war ich einer der wenigen, die sich gut damit arrangieren konnten eventuell einen Duathlon zu machen. Das wurde es aber auch nicht. Start war nun beim Schwimmausstieg in Zweiergruppen alle 5 Sekunden. Bei 2.800 gemeldeten Athleten konnte das also dauern. Die ersten gingen um 8:25 Uhr auf die Strecke; der ein oder andere ist dann auch in der Masse unter der prallen Sonne umgekippt; bevor ich es dann kurz nach 9 Uhr auch endlich zur Startlinie geschafft hab.

Der Barfuß-Lauf bis zum Wechselbeute zog sich zwar gefühlt einen Kilometer, aber die Radsachen waren ja schnell an und ich war um 9:13 Uhr dann hinter der „Mount Line“ auf dem Rad. Ich ging es kontrolliert an und konnte auch hier wieder den ein oder anderen Teilnehmer auf dem Flachstück einsammeln. Die Spitzkehre auf Kilometer 36 kannte ich und wusste wie ich sie anzufahren hab, genau wie die darauffolgenden Anstiege und Abfahrten. Leider kam auf der Kuppe hinter Greveldange dann ein Kettenabwurf dem guten Flow in die Quere, wobei die Stelle gut war, da dass Tempo des Teilnehmerfelds eher gering war. Den Rest der Strecke konnte man gut abspulen, wobei auf die letzten 20 Kilometer recht starke Winde aufkamen. Ab Kilometer 85 hab ich mich dann auf höhere Trittfrequenz konzentriert und etwas rausgenommen um gut in den Lauf zu kommen. Auch dieser Wechsel war gut von der Hand gegangen. Die ersten 10 Kilometer auf der Laufstrecke konnte ich bei 36 Grad ähnlich wie im Kraichgau angehen und so stand hier eine Zeit von 47 Minuten auf der Uhr. Aufgrund der Bedingungen bin ich danach weiterhin mit meinem Tempo um 4:35-4:45 gelaufen, jedoch mit „Stopps“ an den VPs. (Salz-)Wasser und Eis waren ein Muss. Als ich dann das rote Band für die dritte Runde bekommen hatte, wusste ich, dass es bald geschafft war und es echt noch eine Zeit Sub 1:40 werden kann, wenn ich noch etwas beiße. So kam ich dann bei einer Gesamtzeit von 4:39:25 Stunden. Hiervon entfielen 2:50:41 fürs Bike und 1:39:57 (!) für den Lauf.

Im Großen und Ganzen war es gut den 5i50 in der Vorbereitung zu machen. Mental war dieser durch den Kampf am Anfang härter, es war gut die Verpflegung zu trainieren und zu sehen, was möglich ist. Der 70.3 war dafür ein echt schönes Event. Ich kannte die Strecke, die Stimmung war gut, kannte einige der Athleten und man hat sich gegenseitig gepusht, ich bin gut damit gefahren als Ziel „nur“ finishen zu haben und hatte Spaß beim Wettkampf. Und die Zeit find ich für die erste MD auch ganz passabel. Wird auch nicht meine letzte gewesen sein 😉

Danke auf jeden Fall an meine Familie fürs Verständnis, da sie mich öfter entbehren mussten und an Thomas für die Tipps hinsichtlich des Trainings und der Wettkämpfe. Vor allem aber fürs Bremse ziehen im Frühjahr, als ich mal wieder zu sehr Datengetrieben war und echt kaum noch Spaß am Training hatte.